
Die Dienstleistungen der Spitex werden immer wichtiger und anspruchsvoller. Ein Grund ist die Entwicklung im Spitalwesen – aktuell insbesondere durch die Einführung der Fallpauschale, was zur Folge hat, dass die Aufenthaltsdauer der Patienten im Spital so kurz wie möglich gehalten wird.
Ein zweiter Grund ist die konsequente Umsetzung des politischen Leitsatzes «ambulant vor stationär». «Dadurch steigt die Nachfrage nach Pflege und Betreuung in den eigenen vier Wänden», erklärt Ernst Bannwart Kommunikationsbegleiter der Spitex Projektleitung. Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, wollen sich die drei Spitexvereine Rohrdorferberg, Mellingen und Umgebung sowie Fislisbach-Birmenstorf zur «Spitex Heitersberg» zusammenschliessen.
Leistungen rund um die Uhr
«Die demografische Entwicklung mit der steigenden Lebenserwartung fordert ein immer breiter werdendes Dienstleistungsangebot sowie längere Präsenzzeiten», erklärt Jürg Brändli, Projektleiter Spitex Heitersberg. Kleine Organisationen kämen dabei an ihre Leistungsgrenzen: «Wir müssen in absehbarer Zeit einen 24-Stunden-Betrieb gewährleisten können», sagt Brändli. «Mit einer grösseren Organisation hat man mehr Möglichkeiten», meint Brändli.
Die Spitex müsse einerseits die Normen und Anforderungen der Pflegegesetzgebung erfüllen und andererseits ein attraktiver und sicherer Arbeitgeber sein. «Mit einem Zusammenschluss können wir zu einer Ausbildungsstätte werden sowie ein Qualitätsmanagement einführen und die Informatik verbessern.» Damit könnte sich die Spitex professionalisieren und eine optimale Wirtschaftlichkeit gewährleisten. «Die Angestellten werden ihre Stelle behalten, mit dem Vorteil, sich weiterbilden und neue Funktionen übernehmen zu können», sagt Brändli. Für die 3000 Vereinsmitglieder ändere sich in einer grossen Organisation nichts Wesentliches. «Die Beiträge und die Vorteile bleiben sich gleich.»
Keine Änderungen für Mitglieder
Fusion: Zwölf Gemeinden
Die Spitex betreut pflegebedürftige und kranke Menschen jeden Alters in ihrem privaten Umfeld. Sie ist eine eigenständige Partnerin in der Behandlungskette Arzt, Spital, Klinik, Alterszentrum und anderen Gesundheitsdiensten.
Die Gemeinden sind dazu verpflichtet, Spitexleistungen anzubieten. In der Schweiz sorgen rund 700 regionale Organisationen für die flächendeckende Betreuung.
Die drei Spitexvereine Rohrdorferberg (Bellikon, Künten, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Remetschwil), Mellingen und Umgebung (Mägenwil, Mellingen, Stetten, Tägerig, Wohlenschwil) sowie Fislisbach/Birmenstorf bereiten sich seit 2010 in Absprache mit den 12 Gemeinden auf den Zusammenschluss zu einer gemeinsamen «Spitex Heitersberg» vor.
An den Mitgliederversammlungen der Vereine wird über das Projekt
informiert. Die drei Vereine der designierten «Spitex Heitersberg» erbrachten im Jahr 2011 31 443 Leistungsstunden, wofür insgesamt 57 Mitarbeitende in umgerechnet 26 Vollzeitstellen verantwortlich waren. Der Pflegeanteil betrug 16379 Stunden oder rund 52 Prozent. (elj)
Wie Brändli erklärt, fanden die ersten Vorgespräche und Abklärungen betreffend einen Zusammenschluss der drei Spitexvereine 2009 und 2010 statt. «Dies, nachdem 2008 das neue Pflegegesetz in Kraft getreten war.» Im Mai 2011 habe man ihm die Aufgabe der externen Projektleitung übertragen. «In sieben verschiedenen Teilprojekten haben wir seither die Eckpfeiler der zukünftigen Spitexorganisation erarbeitet», sagt Brändli. Bei den Teilprojekten handle es sich unter anderem um die Statuten, das Leitbild, personelle Fragen und die Finanzen.
«Die drei Vereine werden zukünftig rund drei Millionen Franken Umsatz erzielen.» Das zeige, wie gewichtig die Spitex für die Region geworden sei. «Durch den Zusammenschluss werden wir noch stärker», sagt Brändli. Ob es letztlich zu einer Fusion kommt, entscheiden die Vereinsmitglieder an ausserordentlichen Generalversammlungen im Herbst. Vorher werden die drei Spitexvereine ihre Mitglieder an den ordentlichen Generalversammlungen im April über den aktuellen Stand informieren.
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