Meiers Geschichte des heranwachsenden Simon, der sich gegen die Unbill des Lebens auflehnt, dreht sich um die Themen Wohlstand und Einsamkeit.
Der zwölfjährige Simon wohnt mit seiner älteren Schwester Louise in einem Hochhaus in einem Skigebiet. Während der Wintersaison fährt Simon jeden Tag mit der Seilbahn in die Berge um dort seinem «Geschäft» nachzugehen: Er klaut Skis und sonstigen Wintersportartikel von den Touristen, um sie dann wieder zu verkaufen. Da seine Schwester nur unregelmäßig arbeitet, sind die beiden auf seine Diebestouren angewiesen. Doch als Louise wieder einen neuen Mann kennenlernt, beschließt Simon der Realität ins Gesicht zu sehen.
«Sister (L'enfant d'en haut)» berührt durch seine Zwischentöne, die feine Spannung zwischen den Charakteren und seiner realistisch-künstlerischen Erzählweise. Die Kamera zeigt uns das Gebirge und seine touristische Bebauung aus einer verdrängten Optik. Die "Magie des Pulverschnees", wie Simon an einer Stelle den Werbeprospekt zitiert, und alles landschaftlich Fotogene wird in den Bildhintergrund verbannt, der Wintersport kehrt uns seine maschinell-industrielle Unterseite zu: Lastgondeln, Großküchen, Mülltonnen.
Ursula Meier beweist mit «Sister (L’enfant d’en haut)» erneut, dass sie momentan zu den spannendsten europäischen Regisseurinnen gehört. An der Berlinale 2012 erhielt sie dafür den Sonderpreis Silberner Bär.
«Sister (L’enfant d’en haut)» (97 min, F/d, 14 J), läuft am Mittwoch 16. Mai erst um 21.00 Uhr dafür ohne Pause.
Reservationen: Geschenkboutique Boutiqueria
Internet-Reservation mit Platzwahl bis 18.00 Uhr vor Spielbeginn unter: www.kinomansarde.ch
Alle reservierten Tickets werden erst an der Abendkasse ausgegeben und sollten bis 20.45 Uhr abgeholt sein.
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